Im Angesicht des Heiligen

Was macht mich gerecht/heilig vor Gott?

Bei all den Themen über den Sabbat und seine Wichtigkeit möchte ich nicht, dass der Eindruck entsteht, Adventisten glaubten, das Halten des Sabbats ein Mittel ist, um sich Gott gegenüber zu „empfehlen“, etwas was mich in seinen Augen „gerecht“ macht. Dem ist nicht so. Ich kann wie die Pharisäer zur Zeit Jesu das Sabbatgebot exzessiv befolgen und trotzdem am Wesentlichen, nämlich an Christus und der von ihm angebotenen Erlösung, vorbeigehen.

Als Siebenten-Tags-Adventist glaube ich in Übereinstimmung mit dem Glaubensbekenntnis meiner Kirche und dem der meisten protestantischen Kirchen, dass es es nicht das Halten eines oder aller Gebote ist, das mich gerecht vor Gott macht. Es ist allein der Glaube, dass Jesus Christus am Kreuz die Strafe für meine Sünde getragen hat (Jesaja 53,1-12), so dass, wenn ich ihm meine Sünde bekenne und mich ihm anvertraue, er mich reinigt und heiligt, damit ich vor Gott stehen kann, als hätte ich nie gesündigt. So steht es im 1.Johannesbrief 1,9:  „Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit“.
Kurz gesagt: Nicht das Sabbathalten an sich heiligt* mich, sondern Gott. Ich halte seinen Sabbat, weil ich anerkenne, dass er es ist, der mich reinigt und heiligt und weil ich mich von ihm heiligen lassen will.
Im Buch Hesekiel steht: „Ich gab ihnen auch meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit sie erkannten, dass ich der HERR bin, der sie heiligt.“ (Hesekiel 20,12) Im 2. Mose 31,13 heißt es unisono: „Sage den Israeliten: Haltet meine Sabbate; denn das ist ein Zeichen zwischen mir und euch von Geschlecht zu Geschlecht, damit ihr erkennt, dass ich der HERR bin, der euch heiligt.“

Tina Eißner

* heiligen im Sinne der Bibel bedeutet, zu einem besonderen Zweck absondern, vom Profanen trennen und in Gottes Dienst stellen. Heiligkeit hat allein Gott immanent inne. Wenn er etwas oder jemanden für seinen Dienst absondert, wird der oder das dadurch geheiligt. geheiligt. Biblische Heiligkeit hat nichts mit der katholischen Ansicht zu tun, gemäß der heilige Menschen bsw. einen besondern hohen moralischen Zustand erreicht und besonders viele gute Werke getan hätten. Wenn Gott Menschen heiligt, heißt das auch nicht, dass sie nicht mehr sündigen bzw. sich in einem moralisch perfekten, nämlich sündlosem Zustand, befinden. Nein, es bedeutet, dass diese Menschen zu Gott gehören, ihm nachfolgen, ihn lieben, ihm vertrauen und ihm zu gehorchen bereit sind.


Hier habe ich noch eine Predigt von Martin Pröbstle,M.A.,Ph.D. verlinkt, die ich sehr schätze und die er anläßlich des ATS-Symposiums 2014  gehalten hat. „Im Angesicht des Heiligen.mp3 (31,0 MB)“. Martin Pröbstle ist Alttestamentler und lehrt u.a. Hebräisch am Theologischen Seminar Schloss Bogenhofen. Seine Predigt bezieht sich nicht direkt auf den Sabbat. Sie geht jedoch der wichtigen Frage nach: Was macht mich gerecht/heilig vor Gott?

Mehr von dem Symposium  der Adventist Theological Society „Vollkommen, sündlos, perfekt: Herausforderung und Wirklichkeit“ (2014 ):
ATS Medien, und
The White Project/Medien

 

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